Scheuermilch

KIL67 – Krautrocknacht 1972, Soest –
oder wie der Krautrock Hit „Scheuermilch“ entstand.

Im Herbst 1972 lag über Westfalen dieser leicht süßliche Geruch aus nassem Laub, kaltem Rauch und billigem Rotwein. In Soest, irgendwo zwischen Fachwerk und Kopfsteinpflaster, gab es einen Club, der offiziell gar kein Club war. Eine ehemalige Lagerhalle mit einer improvisierten Bühne, zwei zusammengeschraubten Lichtstativen und einer Bar, die mehr aus Kisten als aus Möbeln bestand. Die Leute nannten den Laden einfach „den Keller“, obwohl er ebenerdig war.

An diesem Abend spielte eine Band, die noch vor wenigen Monaten niemand kannte: KIL67.

Im „Keller“, 1972. Krautrock-Nacht, Soest

Ihr Song „Scheuermilch“ lief plötzlich überall – in verrauschten Radioprogrammen spät nachts, auf selbst aufgenommenen Kassetten, in Studenten-WGs, wo er in Endlosschleife lief. Niemand wusste so genau, warum. Der Titel war absurd, und doch hatte dieses Stück einen hypnotischen Sog: ein stoischer Beat, ein blubbernden synthetischen Basslauf und darüber schwebende Orgelklänge, die klangen, als würden sie gleichzeitig zerfallen und neu entstehen, dich mit einer kalten Hand anfassen.

Als die Band die Bühne betrat, war es zunächst fast still. Kein großes Getöse, kein Rockstar-Gehabe. Der Schlagzeuger setzte sich, als würde er gleich eine Probe beginnen.

Der Gitarrist hatte die Augen halb geschlossen, als wäre er schon längst woanders. Und der Keyboarder – das Zentrum des Ganzen – legte beide Hände auf die Tasten, ohne einen Ton zu spielen. Dann: ein einzelner, tiefer Brummton.

Er vibrierte durch den Raum, durch den Boden, durch die Brustkörbe der Zuschauer. Jemand lachte nervös. Irgendwo klirrte ein Glas. Dann setzte die Orgel, dann das Schlagzeug ein – monoton, fast mechanisch. Kein Groove im klassischen Sinn, eher ein Puls. Unaufhaltsam. Motorisch.

„Scheuermilch“ begann nicht wie ein Song. Es entstand einfach.

Das Publikum reagierte zunächst zögerlich. Einige standen nur da, Arme verschränkt, andere bewegten sich langsam, tastend. Doch je länger der Track lief – und er lief lange, bestimmt 6 oder 7 Minuten – desto mehr veränderte sich die Stimmung. Die Musik schien alles zu nivellieren: Gespräche verstummten, Blicke wurden leerer, tiefer, fokussierter.

Erstes Gruppenfoto, Sandgrube bei Essen (v.l.n.r.) Günter Klebig (Git.), Rudolf Preuss (Schlagz.), KIL67 (Keys)

Der Gitarrist bearbeitete seine Saiten mit einem Schraubenzieher, erzeugte metallische, sirrende Geräusche, die sich wie Funken über den Rhythmus legten.

Die Leute begannen zu tanzen – nicht im klassischen Sinn, sondern eher wie in Trance. Unkoordiniert, frei, fast entrückt. Einige schlossen die Augen, andere starrten gebannt auf die Bühne. Es war, als hätte der Song einen Schalter umgelegt.

Als das Stück schließlich endete – kein langer Ausklang, kein langes Finale, einfach Stille – dauerte es ein paar Sekunden, bis das Publikum realisierte, dass es vorbei war.

Dann brach tosender Applaus los. Die Band sagte kaum etwas. Ein kurzes Nicken.

Ein halbherziges „Danke“. Dann verließen sie die Bühne, als wäre nichts Besonderes passiert. Aber für viele der Anwesenden war klar: Das war kein gewöhnlicher Gig gewesen.

Jahre später würde man sagen, dass dieser Abend in Soest der Moment war, in dem „Scheuermilch“ endgültig zu einem Mythos wurde – nicht nur ein Song, sondern ein Erlebnis, das sich nicht erklären ließ.

Hier könnt Ihr das Video zum Song ansehen:
KIL67 – Scheuermilch (Live)

Die Gruppe:
KIL67 (Keys)
Günter Klebig (Git.)
Rudolf Preuss (Schlagz.)

Damaliger Zeitungsbericht
Tourplakat 1972

Text: Gerrit Torstiege / dpe

 


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Rechtlicher Hinweis:
Die ganze Seite, Bilder und Texte wurden mit KI erstellt.

Die erwähnte Musik wurde aber von mir, Karsten Lübeck (KIL67) völlig ohne Hilfe und ohne KI komponiert!

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